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 Ein Logistikzentrum für den Sport
Wie immer, wenn Unternehmen in die Logistik investieren gibt es dafür konkrete Gründe und Absichten. Beim Sport-bekleidungsunternehmen Jako standen dahinter permanente Artikel-verfügbarkeit und kurzfristige Lieferfähigkeit. Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein neues Lager gebaut – zusätzlich zu einem vorhandenen – in dem bereits moderne Förder-, Lager- und Kommissioniertechniken im Einsatz sind. Wichtig war auch die Integration der bestehenden Gebäude sowie der teilweise Umbau.
    Jako. Spätestens dann, wenn dem interessierten Betrachter der Name erklärt wird, erhält man einen ersten Einblick in die Philosophie des Handelshauses für Sportbekleidung, Sportartikel (vom Fußball bis zum Torwarthandschuh) und Accessoires.
    Teamgeist und Zusammenarbeit soll der Name Jako verkörpern. Dafür stehen symbolisch die Anfangs-buchstaben der Flüsse Jagst und Kocher, die in direkter Nachbarschaft zum Unternehmen parallel zueinander fließen, bevor sie sich im Neckar vereinen, also in gewisser Weise „Teamarbeit“ leisten. Ausdruck verleiht dieser Symbolik auch das
Firmenlogo, das den Verlauf der beiden Flüsse und deren Zusammengehen dokumentiert. Diese „Zusammen-arbeit“ entspricht auch dem Teamgedanken im Sport, aus dessen direkten und indirekten Umfeld die Kunden von Jako kommen. Und die Wünsche der Kunden, das ist der Sportfachhandel, sind es denn auch, die es für das Unternehmen zu erfüllen gilt.
    Bestellen kann der Sportfachhandel über die Außendienst-mitarbeiter oder per Katalog. Für die Verfügbarkeit der Artikel sorgt das neue Logistikzentrum in Hollenbach, das gebaut wurde, um die zunehmende Kundenzahl und das umfangreicher werdende Artikel-sortiment logistisch optimal handhaben zu können. Auf jetzt mehr als 7000 m2 Gesamtlagerfläche innerhalb des Logistikzentrums sind über 12000 verschiedene Artikel mit einer ständigen Verfügbarkeit von ca. 95% vorrätig. Mit Unterstützung der passenden Förder- und Lagertechnik sowie einer effizient arbeitenden Kommissionierung „sind wir in der Lage“, so Wolfgang Schmalzbauer (Bild 1, rechts), für Einkauf und Logistik zuständiges Mitglied des Vorstandes der Jako AG, „innerhalb von zwei Tagen, ab Bestellung, die gewünschten Artikel zu liefern“.
    Pro Tag verlassen so etwa 1000 Pakete, in der Hauptsaison sogar 1800 das Logistikzentrum in Mulfingen/Hollenbach, das in der jetzigen Ausprägung seit gut einem Jahr in Betrieb ist.

Das neue Logistikzentrum

    Mit Unterstützung des neuen Logistikzentrums ist Jako in der Lage die Dauer vom Eingang der Bestellung bis zur Versandbereitstellung zu verkürzen und damit die Lieferfähigkeit und Liefertreue nochmals spürbar zu verbessern. Dazu kommt, dass ein Kunde z. B. zehn T-Shirts in verschiedenen Größen für einen Verein, 30 Trainingsanzüge ebenfalls in verschiedenen Größen für einen anderen Verein und vielleicht noch Bälle undTorwarthandschuhe bestellt. Diese Artikel möchte er natürlich in einer Lieferung bekommen. Schmalzbauer: „Auch das war ein Anspruch, den wir mit dem neuen Logistikzentrum erfüllt sehen wollten“.
    Ein Kundenkreis, den das Unternehmen besonders bedient, wird hausintern „Champions-League“ genannt. Hinter dieser Bezeichnung, hinter der im Fußball die besten europäischen Mannschaften um den

1: Das Teamgeist auch bei der Abwicklung von Logistikprojekten ein Erfolgsrezept sein kann, haben das bei Jako für Einkauf und Logistik zuständige Vorstandsmitglied Wolfgang Schmalzbauer, rechts im Bild und Albrecht Erbach-Stanzione, Geschäftsführer der Saar Lagertechnik GmbH, eindrucksvoll unter Beweis gestellt

Pokal kämpfen, stehen bei Jako etwa 250 Topkunden; die "Champions League“. Schmalzbauer: „Diesen Kunden garantieren wir eine Lieferzeit von maximal 48 Stunden, vom Bestelleingang bis zum Erhalt der Ware“.
    Diese Zusage geht mit dem eigenen Anspruch einher, dass die entsprechenden Artikel das Logistikzentrum in maximal 24 Stunden durchlaufen haben müssen, um für den Versand bereit stehen zu können. Eine Lieferung am selben Tag der Bestellung ist ebenfalls möglich.
    Für den Systemanbieter der Intralogistik und Generalunternehmer des Projekts „Logistikzentrum“ die Saar Lagertechnik GmbH, bringt deren Geschäftsführer Albrecht Erbach-Stanzione (Bild 1, links) die Umsetzung des Anspruchs auf den Punkt: „Wir haben im Team, zusammen mit dem Planungsbüro Keller Logistik und den Verantwortlichen von Jako, ein Logistikzentrum realisiert, dessen Ausprägung von der Fördertechnik über die Lagersysteme Verschieberegal- und Kommissionierlager nicht zu vergessen das Lagerverwaltungsystem, es Jako erlaubt, die sowohl den „Champions-League“ – als auch den Normalkunden gemachten Lieferzusagen und zugesicherte Lieferqualität exakt einzuhalten“.
    Bestandteil dieses Logistikzentrums ist einmal der Neubau sowie die bereits seit 1997 existierende Verschieberegalanlage und einer 3 geschossigen Langfach-Kommissionier- Bühne, ebenfalls realisiert von Saar Lagertechnik.
    Zum neuen Teil des Logistikzentrums in seiner Gesamtheit gehört auch eine Verschieberegalanlage (Bild 2) mit 33120 Kartonplätzen, das entspricht 2300 Palettenstellplätzen sowie ein nachgeschaltetes Kommissionier-lager mit der dazugehörigen Intralogistik.

Eine Einheit geschaffen

    Eine besondere Anforderung an den Systemanbieter Saar Lagertechnik bestand darin, das bereits bestehende Lager und den Versand so mit dem neuen Logistikzentrum und dessen Innenleben zu kombinieren, dass alle Systeme der Intralogistik effizient zusammenarbeiten. Gleichzeitig sollte jedoch auch die vom Betreiber geforderte Flexibilität und Effizienz erreicht werden. Das war für Erbach-Stanzione „der Verdienst der

2: Das Verschieberegallager dient als Puffer für den nachgeschalteten Kommissionierbereich, im Hintergrund zu sehen

gesamten Mannschaft, bestehend aus den Projektpartnern für die Architektur, die Logistikplanung, den Verantwortlichen von Jako und uns von der technischen Seite“.
    Entstanden ist so ein Logistikzentrum mit einem Hochregallager, ausgeführt als Verschieberegalanlage.Dieses Lager fungiert als Puffer für das nachgeschaltete Kommissionierlager. Für dessen Beschickung sorgen Flurförderzeuge, die die jeweiligen Paletten dem Verschiebe-regallager entnehmen, bevor die Ladung, zerlegt als einzelne Kartons, ins Kommissionierlagergelangen.
    Dieses Lager (Bild 3) verfügt über drei Kommissionierebenen, wobei sich die obere in einer Höhe von 5,1 Metern befindet und die untere ebenerdig angeordnet ist. Ein Etagenförderer verbindet die Ebenen mit einander und sorgt so, unterstützt durch die Fördertechnik, für einen effizienten Umlauf in der Kommissionierung. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass ein entsprechender Auftrag sowohl die Kommissionierung im neuen Logistikzentrum als auch im bestehenden Lager durchläuft. Schmalzbauer: „Das war für uns auch ein wichtiger Planungsaspekt, da im bestehenden Lager alle Artikel unseres Fußball-Katalogs untergebracht sind und wir im neuen Logistikzentrum die Artikel aus dem Fashion-Katalog vorhalten. Für einen Kunden, der

3: Der an das Kommissionierlager angebundene Etagenförderer versorgt die einzelnen Ebenen und stellt den Rundlauf vom neuen Logistikzentrum durch das bestehende Lager bis zum Versand sicher

aus beiden Katalogen bestellt hat, realisieren wir mithilfe der effizient arbeitenden Kommissionierung eine schnelle Auslieferung“.
    Die Unterteilung der Kommissionierebenen in verschiedene Zonen unterstreicht diese Zielvorgabe noch einmal; jeder Auftrag wird in der Zone gestartet, in der sich die bestellten Artikel befinden und muss nicht die gesamte Kommissionierung durchlaufen. Das heißt, im Kommissionierlager wird an Hand der eingegebenen Aufträge die jeweils bestellte Ware in Kartons kommissioniert, die notwendigen Informationen für den Mitarbeiter generiert das Warehouse-Management- System. Zu diesem Zweck steht der Karton auf einer Förderstrecke, auf der er die einzelnen Zonen des Kommissionierlagers durchläuft. Bei diesem Durchlauf fragt das System ab, ob der Karton in der nächstfolgenden Zone halten soll, damit Ware hinzugepackt werden kann. Ist dies der Fall, wird der Karton zur weiteren Befüllung ausgeschleust. Kommt keine neue Ware hinzu, läuft der jeweilige Karton weiter bis in den Versandbereich des Logistikzentrums. Dreh- und Angelpunkt für die Kommissionierung ist das bereits genannte Verschieberegallager.
    Bevor aber die Entscheidung für dieses Lager fiel, haben sich die Verantwortlichen bei Jako natürlich auch über vollautomatische Lagersysteme informiert und diese auch in der Praxis besichtigt.

Was für die Verschieberegaltechnik sprach

    Für das Verschieberegallager hat man sich bei dem Betreiber entschieden, weil es eine Reihe spezifischer Merkmale besitzt, die es für den gewünschten Einsatz geradezu prädestinieren. Schmalzbauer: „Wir wollten jederzeit flexibel auf die Anforderungen unserer Kunden reagieren können. Von daher passte das Verschiebe-regallager hervorragend in die Konzeption unseres Logistikzentrums, in dem wir die Automatisierung bewusst auf einem nicht allzu hohen, aber für uns passenden Level halten“.
    Das Verschieberegal besitzt eine Reihe von Merkmalen, die bei Jako überzeugten. Dazu gehörte für Erbach-Stanzione „natürlich die Möglichkeit sehr kompakt zu lagern, was das Unterbringen eines großen Warenvolumens bei nur geringem Flächenbedarf erlaubt und die zur Verfügung stehende Raumhöhe maximal zu nutzen. Das macht das Verschieberegal nicht nur wirtschaftlich, sondern auch effizient“.
    Aber auch moderne Antriebs- und Steuerungs-techniken leisten dazu ihren Beitrag. So sorgen diese z. B. dafür, dass sich der jeweilige Bediengang schnell öffnen kann und den Flurförderzeugen einen raschen

4: Vom Etagenförderer gelangt die Ware über Förderstrecken in das beste-hende Lager

Zugriff auf die Paletten erlaubt. Die Flurförderzeuge sind per Datenfunk an die Lagerverwaltungsoftware angebunden und werden auf diese Weise wege- und damit auch regaloptimiert geführt. Darüber hinaus lässt sich im Verschieberegallager das FiFo-Prinzip auf einfache Art und Weise realisieren.
    Generell lässt sich feststellen, dass in der Realisierung des Verschieberegallagers im Logistik-zentrum von Jako alle sich bietenden Merkmale dieser Lagertechnik der Funktion als Puffer für die nachgeschaltete Kommissionierung zum Vorteil gereichen.

Fazit
     Die Aufgabe, ein Logistikzentrum zu schaffen, welches den besonderen Anforderungen von Jako genügt, wurde vom Beratungs- und Planungs-unternehmen Keller Logistic, dem Systemanbieter für die Intralogistik Saar Lagertechnik und den Verantwortlichen von Jako im Team gelöst.
    Zu den Zielen von Jako gehörte z. B. das Erreichen einer möglichst hohen Warenverfügbarkeit, um jederzeit lieferfähig zu sein. Das wiederum war verbunden mit einer besonderen Organisation und Ausgestaltung der Kommissionierung. Schmalzbauer: „Wir wollten erreichen, dass ein Kunde, der Ware aus unseren Katalogen Fashion und Fußball ordert, diese je nach Bestellumfang in einem Karton oder in einer Lieferung erhält“.
    Diese Vorgabe war denn auch für Saar Lagertechnik die Vorgabe bestehendes Lager und ein neues Logistikzentrum so miteinander zu kombinieren, dass ein entsprechender Kommissionierdurchlauf sichergestellt ist.
     Die gesamte Konzeption des Logistikzentrums hat für Jako neben dem Erreichen dieser Ziele und den Vorteilen die mit dem Einsatz des Verschieberegallagers verbunden sind, eine um etwa 20% höhere Flexibilität und Durchlaufgeschwindigkeit gebracht. „Hier hat eine gut harmonierende Mannschaft“, so Erbach-Stanzione, „eine Anlage realisiert, die einerseits die derzeitige logistische Situation optimal bewältigt auf der anderen Seite aber förder- und lagertechnisch so konzeptioniert ist, dass Erweiterungspläne von Jako problemlos umsetzbar sind“.
     So steht – in die unternehmerische Zukunft geschaut – genügend Grundstücksfläche zur Verfügung um das Lager komplett zu spiegeln.

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